Wenn man als Gast nach Saalbach Hinterglemm kommt und schon bei der Frage nach dem Weg eine Antwort wie: „Oiwei grodaus, nochn Tunö links, noand sigstes ei scho“ bekommt, stellt sich vielleicht die Frage, ob man sich das ein oder andere Pinzgauer Wort eineignen sollte, um im Wortwirrwarr der Einheimischen doch noch etwas herauszufiltern.
Wir haben im heutigen Blog einige Phrasen und Wörter zusammengestellt, als Einstiegskurs in den Pinzgauer Dialekt sozusagen.


Der Pinzgauer Dialekt – Herkunft & Entwicklung
Die Sprache der Pinzgauer zählt zur Gruppe der Bayrischen Sprache. Es ist eine Art „Übergangsdialekt“ zwischen dem westmittelbayrischen und dem südbayrischen Dialekt. Innerhalb des Pinzgauer Dialektes gibt es jedoch große Unterschiede, vor allem unterscheidet man zwischen dem Oberpinzgauerischen und dem Unterpinzgauerischen.

Wir wohnen im Unterpinzgau, genauer im Glemmtal, wo wieder ganz „eigen“ gesprochen wird. Die sprachlichen Grenzen verlaufen jedoch fließend und durch die Erschließung der entlegeneren Gebirgsregionen in den letzten Jahrzehnten verstummt der traditionelle Pinzgauer Dialekt mehr und mehr und es gibt kaum noch Ursprecher der Pinzgauer Sprache.

Um diesen „Verfall“ entgegenzuwirken wurde beispielsweise das Pinzgauer Mundart Lexikon gestartet. Mit bisher etwa 7.900 Mundart-Worten ist das Nachschlagewerk stetig erweiterbar und kann durch Ausdrücke ergänzt werden.

 

Wichtige Ausdrücke der Pinzgauer Mundart

Über’s Wetter kann man mit den Pinzgauern immer reden

Bachai woam: angenehm warm
Guus: Regenschauer
Newe: Nebel
Es giasst.: Es regnet.
Dunaweda: Donnerwetter
Hochweda: ein starkes Gewitter
Sunn: Sonne
Scheees weda: schönes Wetter

 

Unsere sportlichen Gäste könnten den ein oder anderen Ausdruck aus dem Pinzgauer Sportjargon benötigen

Bocka: Schlitten
Bergfex: Bergbegeisterter
Oschnoin: abschnallen (Ski)
Reim: Glück
Raadl: Fahrrad
Ochta: Achter am Fahrrad, verbogener Reifen
wondan: wandern
Gloadschiassn: Eisschießen-Wettkampf
Plottnschmeissn: Hufeisenwerfen

 

Orte in der Nähe von „Soiboch-Hintaglemm“

Zöö: Zell am See
Soifen: Saalfelden
Loigom: Leogang
Mittasü: Mittersill
Moashofn: Maishofen

 

Auch beim Essen sollte man sich unterhalten können

Fruahstuck: Frühstück
Mittogessn: Mittagessen
Obndessen: Abendessen
Zommessen: aufessen
Hawan: essen
Koost: Essen
Oweign: Verlangen haben nach einem bestimmten Essen
Grausn: Abscheu

 

Pinzgauer Redewendungen

No na ned.: Das ist selbstverständlich.
Sammas?: Sind wir fertig?
Des is jo griawig!: Das ist ja süß!
I bi jo ned auf da Brennsuppn dahergschwumma.: Ich bin doch nicht blöd.
Seawas!: Hallo!
Grias ench!: Grüß euch!
Grias di!: Grüß dich!
Nur ned hudln!: Nur nichts übereilen!
Pfiat di!: Auf Wiedersehen! (Einzahl)
Pfiat eich!: Auf Wiedersehen! (Mehrzahl)
Loss da dawei.: Lass dir Zeit.

 

Wir als waschechte „Glemma“ (Glemmtaler) freuen uns, wenn unsere Gäste den ein oder anderen Pinzgauer Satz mit uns austauschen können! Gerne können wir auch persönlich einen kleinen Crashkurs in Sachen „Schatzn auf Pinzgauerisch“ (auf Pinzgauerisch quatschen) geben 🙂

 

(c) Daniel Roos