Kaum ist das letzte lange Wochenende vorbei, dürfen wir uns schon auf das nächste freuen. Pfingsten steht vor der Türe und damit ein arbeitsfreier Montag. Viele nutzen die Zeit für einen Kurzurlaub um mal so richtig abzuschalten. Aber wie kommen wir eigentlich zu diesem Feiertag und warum feiern wir Pfingsten?

Die Feier des Heiligen Geistes
Das Pfingstfest ist ein christliches Hochfest, an dem das – von Jesus Christus angekündigte – Kommen des Heiligen Geistes gefeiert wird, und zugleich der feierliche Abschluss der Osterzeit. Im kirchlichen Sinne ist es auch der Geburtstag der Kirche. Nach der christlichen Lehre kam an jenem Tag (am 50. Tag nach Ostern) der Heilige Geist über Jesus‘ Jünger, die nach dessen Kreuzigung und Auferstehung orientierungslos waren. Der Heilige Geist sprach ihnen Mut zu und ermunterte sie, die Lehre Christi zu verbreiten. Der Heilige Geist nimmt im Christentum eine herausragende Stellung ein. Es wird von der Heiligen Dreifaltigkeit gesprochen, aus der Gottes Gestalt besteht. Gemeint sind damit Gottvater, der Sohn und der Heilige Geist. Pfingsten endet mit dem Pfingstmontag. Sowohl am Sonntag als auch am Pfingstmontag werden Gottesdienste abgehalten.

Bräuche & Traditionen zu Pfingsten
Viele Pfingstbräuche sind verbunden mit Fruchtbarkeitsritualen und beziehen sich auf die Natur, die zu neuem Leben erwacht. Die Bräuche sind regional sehr verschieden. Von den kirchlichen Riten sind das Pfingstfeuer, die Flurumritte am Pfingstmontag und der Wettersegen geblieben. Wer am Pfingstsonntag zuletzt aus dem Bett steigt, gilt als „Pfingstlucke“ (auch: „Pfingstochse“ oder „Pfingstnigl“). Die gleiche Bezeichnung trägt ein Blumenstrauß vermengt mit Brennnesseln, der Langschläfern ins Bett gelegt wird. Ein Brauch der etwas anderen Art ist das sogenannte Pfingststehlen (auch „Zamtragn“), das in der Bosheits- beziehungsweise Unfugnacht stattfindet. Junge Leute stehlen in der Nacht zum Sonntag bewegliche Gegenstände aus den Vorgärten. Am Sonntag werden diese auf dem Markplatz ausgestellt und können von den Eigentümern zurückgeholt werden.

Pfingstrosen

Die Pfingstmilch spielt bis heute beim Pfingstessen eine große Rolle: Nach der langen Zeit im Stall gaben die Kühe nach den ersten Tagen auf der Weide eine besonders gute Milch. Die Pfingstmilch, eine Milchsuppe aus Eiern und Mandeln, wurde von den Mägden ihren Verehrern serviert. Bauern schenkten die Pfingstmilch den Armen in der Hoffnung auf eine reiche Ernte. Aber auch die cremige Maibutter, gewonnen aus der ersten Milch mit einem besonderen Aroma, darf beim traditionellen Pfingstessen nicht fehlen. Bis ins 19. Jahrhundert wurde im Rahmen des Pfingstochsenfestes der Pfingstochse zum Festmahl geschlachtet. Im Gegensatz zu Deutschland ist dieser Brauch in Österreich jedoch unüblich. Mancherorts werden auch Pfingstbrezeln gebacken, ein ursprünglich aus Böhmen stammender Brauch.

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